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Meisterstipendiaten berichten ...

Startklar für die Selbstständigkeit

Lorena Mattes ist Elektronikerin für Maschinen und Antriebstechnik. Nach dem Abitur hat sie einige berufliche Optionen ausprobiert, ihre Begeisterung dann allerdings im E-Handwerk gefunden. Mit Erfolg: 2014 gewann Lorena in Oldenburg den Bundesleistungswettbewerb, 2016 erhielt sie eines der zehn Meisterstipendien der Initiative „Elektromarken. Starke Partner.“. Die 26-Jährige ist bei Elektromaschinenbau Heinz Dienhart in Witten beschäftigt und hat ihre Meisterausbildung mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Wie es für sie nun weitergeht, erfahrt ihr im Interview.

Meisterin im Elektrohandwerk Lorena Mattes

© Foto Team Hilburg GmbH

Warum hast du dich gegen ein Studium und stattdessen für eine klassische Berufsausbildung im E-Handwerk entschieden?

Ich muss gestehen, dass ich kurzzeitig für ein Maschinenbaustudium an der Uni immatrikuliert war. Da habe ich allerdings so wenig verstanden und das Thema hat mich auch kaum interessiert, dass ich das Studium ganz schnell verworfen habe, um mir in Ruhe darüber klar zu werden, was ich eigentlich wirklich will. Und was ich schon damals wollte, war arbeiten, selbstständig sein. 

Also versuchte ich, mein Hobby zum Beruf zu machen und mit Büchern zu arbeiten. Leider waren die Zukunftsaussichten in dieser Branche sehr schlecht. Es war mir auch wichtig, dass ich einen Weg einschlage, der Potenzial hat, in dem ich vorankommen und mich weiterbilden kann. Ich wollte gern einen Beruf erlernen, der auch in 40 Jahren noch benötigt wird und so landete ich eher durch Zufall im Büro meines jetzigen Chefs, schüttelte ihm die Hand, erzählte ihm meine Geschichte und fragte, was ein Elektromaschinenbauer eigentlich so macht.

Was gefällt dir an deinem Beruf besonders?

Die vielseitige Arbeit. Wir sind ein sehr kleiner Betrieb und haben keine ganzen Abteilungen für die einzelnen Arbeitsschritte, somit muss jeder alles machen und auch alles können. Es ist toll, wenn man stets andere Aufgaben bearbeitet und immer wieder neu herausgefordert wird. Natürlich entsteht auch eine gewisse Routine, aber wenn dann mal etwas ganz Neues bei einem auf der Werkbank landet und die Maschine am Ende wieder läuft, dann macht das schon richtig Freude.

Bleibt neben deinen zahlreichen Weiterbildungen überhaupt noch Freizeit für dich?

Selbstverständlich bleibt da noch Zeit für einen selbst. Man muss sich nur etwas anders organisieren, vor allem bei einer Abendschule. Da muss man dann einfach Prioritäten setzen. Aber dieses Problem hat man wohl immer, wenn man sich neben der Arbeit weiterbilden möchte. 

Gestaltet sich dein Alltag als Elektronikerin anders als der von den männlichen Kollegen?

Im Großen und Ganzen eigentlich nicht. Hin und wieder muss mal ein Kollege mit anpacken, wenn es etwas Schweres zu heben gibt, aber wir arbeiten in diesem Fall auch mit Kettenzügen. Hin und wieder ist ein weiteres paar Hände einfach hilfreich. Ich denke, vom Kunden selbst werde ich auf jeden Fall anders wahrgenommen, aber eher auf positive Weise. Das kann aber auch einfach daran liegen, dass ich immer sehr freundlich zu allen bin. 

Hast du nach deiner Meisterausbildung schon konkrete Pläne, wie zum Beispiel den Weg in die Selbstständigkeit einzuschlagen? 

Die habe ich tatsächlich. Als ich meinem Chef sagte, dass ich gerne meinen Meister machen würde, fragte er mich, ob ich nicht daran interessiert sei, mal die Firma zu übernehmen. Mittlerweile habe ich meine Meisterausbildung abgeschlossen und bin wieder im Betrieb. Aktuell arbeite ich nun gemeinsam mit meinem Chef auf dieses Ziel hin.